Als Bullaugen bezeichnet man in der Seemannsprache traditionsgemäß die meist runden Fenster, wie man sie von Schiffen, Yachten und Unterseebooten her kennt. Sie sind bei Schiffen in der Bordwand, oberhalb der Wasserlinie, angebracht. Ihre Funktion ist mit denen von herkömmlichen Fenstern zu vergleichen. Bullaugen dienen zum Einlass des Tageslichtes und der Lüftung, der unter Deck liegenden Räumlichkeiten.
Bei Unterseebooten dienen Bullaugen zur Beobachtung der Umgebung und sind in der Regel nicht zu öffnen. Je nach Tiefe, in der das U-Boot eingesetzt wird, sind die Bullaugen bis zu mehreren Zentimetern dick.
Der Begriff Bullauge ist eine Übersetzung aus dem englischen bull’s eye. Die Augen des Bullen sind rund und nach außen gewölbt. Daher stammt auch der Vergleich mit dem Schiffsfenster.
Bullaugen in Schiffen sind ebenfalls leicht nach außen gewölbt. Und durch ihre vornehmlich runde, manchmal auch abgerundete Form, wird die Außenhaut des Schiffes stabiler gehalten, als bei rein eckigen Lichteinlässen. Bullaugen werden im Schiffbau speziell auch deswegen eingesetzt, weil sie sich besser abdichten lassen und nicht so schnell einzuschlagen sind. Ein weiterer gewichtiger Grund ist der, dass sich der Druck des Wassers bei hohem Wellengang und peitschender Gischt auf runden, gewölbten Bullaugen besser verteilt.
Dieses Prinzip trägt auch bei U-Booten zu einer Verstärkung der Widerstandsfähigkeit gegen den Wasserdruck unter Wasser bei. Die Bullaugen sind hier nur stärker nach außen gewölbt und nach innen nicht kugelförmig, sondern glatt. Die Folge ist eine Reduzierung von Glasspannungen, die bei Wölbungen auftreten können.
Die Herstellung von Bullaugen ist einfach. Runde Glasscheiben, unterschiedlicher Dicke, werden mit einem passenden Metallring, zumeist aus Kupfer oder Bronze, manchmal auch aus Stahl, Eisen oder Aluminium, umfasst und mit Scharnieren in den Öffnungen der Bordwand befestigt. Eine Dichtung zwischen Bordwand und Bullauge dient als Schutz gegen eindringendes Wasser. Kupfer und Bronze wird deshalb am meisten eingesetzt, weil beide Metalle salzwasserbeständig sind.
Bullaugen sind so konzipiert, dass sie innerhalb von Schiffen per Hand durch einen Hebel geöffnet und wieder verschlossen werden können.